Wie war Ihr Jahr, Klaus Altepost?

Interview mit BuchMarkt

Seit dem 6. Dezember 2017 (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2018 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet Klaus Altepost, Inhaber der Agentur Altepost 2015, unseren „anderen“ Fragebogen:

  1. Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?
    Natürlich heute – denn der aktuelle Tag ist immer der einzige Tag, der wirklich zählt.
  2. Worüber haben Sie sich 2017 am meisten geärgert?
    Über den mangelnden Mut zur Klarheit, zur Wahrheit und Ehrlichkeit, die manchmal auch weh tut – auch in unserer Branche. Ein Ja ist ein Ja, ein Nein ist ein Nein – und das Leben wäre manchmal so viel einfacher.
  3. Was war 2017 Ihr schönster Erfolg?
    Dietrich Grönemeyers neues Grundlagenwerk: „Mein großes Rückenbuch. Wie Sie Ihren Schmerz besiegen“, das gehört wirklich in jedes Haus. Und natürlich unser eigener Theologie-Kalender 2018, der wieder einmal Anfang Dezember schon ausverkauft war.
  4. Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
    Dass so manches innovative Pilotprojekt an den Mühen der Ebenen, an einem zu kurzen Atem und nicht zuletzt am mangelnden Mut und fehlender Weitsicht gescheitert ist.
  5. Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
    Immer noch und immer wieder: die wunderbare, frauengeführte kleine selbstständige Buchhandlung am Alten Posthof in Ibbenbüren, die längst nicht alles führen, aber das, was sie führen, kennen, lieben und empfehlen können.
  6. Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
    Über „innere Sicherheit“, Obergrenzen, Vorrang für die eigenen Interessen … und all diesen ideologischen, lobbygesteuerten Mist.
  7. Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
    Über den persönlichen Mut, Haltung, Zivilcourage, Ehrlichkeit – auch wenn es mal unbequem wird. Über unangepasste Individualität und Freiheit, die Gemeinschaft erst möglich macht.
  8. Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?
    Vielleicht manches Mal zu lange vertraut und mit einer gewissen Naivität an bestimmten Menschen und Strukturen festgehalten zu haben – manchmal sind klare Schnitte wichtig.
  9. Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
    Vermutlich wieder am Ende des Jahres zu viel Vertrauen gezeigt zu haben; aber woraus besteht die sinnvolle Arbeit denn sonst als in der Liebe zu Menschen und Projekten?
  10. Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?
    Vielleicht der kleine Appell von Susan Neiman „Widerstand der Vernunft“? Aber eigentlich habe ich an allen Büchern „meiner“ Autorinnen und Autoren viel Freude gehabt!
  11. Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
    Natürlich immer das nächste … Vielleicht der neue Jesus-Appell von Franz Alt (als Nachfolger des sehr erfolgreichen Dalai-Lama-Appells). Oder auch die „Nordsee-Bibel“ von Hermann Buß (als Nachfolger der „Künstlerbibel“ von Otmar Alt), beides absolute Liebhaber-Projekte.
  12. Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
    Von allen, die so viel Selbstvertrauen haben, ehrlich zu antworten (auch wenn sie in ihrer Rolle oder Position vielleicht ganz anders antworten müssten).
  13. Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
    Das sind gleich drei: Wo hatten Sie die besten Ideen? Auf was haben Sie in diesem Jahr sehr gerne verzichtet? Auf was freuen Sie sich im nächsten Jahr am meisten?
  14. Hier können Sie die auch beantworten:
    Nun denn, auch drei Antworten: Ideen – in der Sauna, bei der Meditation, im Auto. Gerne verzichtet – auf Konferenzen, Meetings jedweder Art, Personalbögen. Mich freuen – natürlich auf das erste bewusste Anlächeln meiner kleinen Enkelin Charlotte.

 

 

Das Originalinterview ist hier zu lesen



Veröffentlicht am 21. Dezember 2017

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