Im bald erscheinenden Theologiekalender 2027 dreht sich alles um das Thema Hoffnung. Neben den bekannteren Namen wie Dietrich Bonhoeffer, Nelson Mandela oder Hannah Arendt werden auch Personen und Ereignisse vorgestellt, die auf ihre eigene Art ein Hoffnungszeichen in der Zeit waren. Anlass für ein Gespräch mit Autor Hans-Martin Lübking:

Der Theologiekalender stellt jede Woche interessante Persönlichkeiten oder Ereignisse vor, die für das jeweilige Wochenthema bedeutsam sind. Im Kalender 2027 handelt sich alles um das Thema Hoffnung. Wieso ist das Thema gerade jetzt aus Ihrer Sicht so relevant?

Hans-Martin Lübking: Die Welt gerät z.Zt. etwas aus den Fugen. Autoritäres Denken ist auf dem Vormarsch. Stärke zeigen und “durchgreifen” scheint angesagt. Viele Menschen machen sich Sorgen, wohin das führen soll. Auf keinen Fall darf man die Hoffnung aufgeben. Denn Hoffnung aktiviert und setzt in Bewegung! Mit Vaclav Havel: “Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.”

Theologiekalender 2027

Theologiekalender 2027

Welche bekannten Namen befinden sich u.a. in dem Kalender und inwiefern waren diese Hoffnungszeichen der Zeit?

Martin Luther King, der einen Traum, eine Vision hatte. Nelson Mandela: “Niemand wird geboren, um einen Menschen zu hassen.” Astrid Lindgren, die den Kindern eine Stimme gegeben hat. Aber auch Cicely Saunders, die Sterben und Tod verändert und die Hospiz-Bewegung gegründet hat. Oder Viktor Frankl, der drei KZs überlebt hat und trotzdem “Ja zum Leben” sagen konnte.

Gar nicht so leicht da eine adäquate Auswahl zu treffen, oder?

Ich gebe mir viel Mühe, achte immer auf das Frauen-Männer-Verhältnis und versuche, bisher übersehene, aber wichtige Personen zu berücksichtigen.

Was macht den Kalender insgesamt so besonders und außergewöhnlich?

Es gibt viel zu entdecken! Es werden viele Menschen und Ereignisse vorgestellt, die die christlich-humane Kultur geprägt haben. Sie werden mit einem charakteristischen Zitat, einer Kurz-Biographie und einem Bild vorgestellt. Aus Rückmeldungen weiß ich, dass viele dann neugierig geworden sind und weiter recherchieren. Es ist kein Kalender “von der Stange”, er ist in seiner Art unverwechselbar.

Sie arbeiten nun schon seit vielen Jahren federführend an dem Kalender, der jedes Jahr unter einen unterschiedlichen Leitsatz erscheint. Was ist die besondere Herausforderung oder auch die schönste Freude daran?

Wenn ich selber Entdeckungen mache, wie z.B. bei Cicely Saunders, Alice Salomon, Korbinian Aigner oder dem “Weihnachtsfrieden im 1. Weltkrieg”.

Was erhoffen Sie sich als Reaktion der LeserInnen?

Wir bekommen überwiegend sehr positive Rückmeldungen. Es würde mich sehr freuen, wenn es so bleibt. Es gibt auch viel Anerkennung für die Arbeit, die da hineingesteckt wird. Es gab aber auch Rückmeldungen zu Fehlern, die uns unterlaufen sind – z.B. als wir Rita Süßmuth zur Ex-Bundespräsidentin gemacht hatten. Das zeigt aber, dass die Texte genau gelesen werden.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch in seinem Laden ideal verkaufen?

Es ist das perfekte Geschenk für Freunde zu Geburtstagen oder zu Weihnachten. Ein Kalender, der garantiert nicht umgetauscht wird! Für alle, denen Kultur, Christentum, Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit am Herzen liegen.